Akte Zwingli - Ein Mysterienspiel

Vom 10.Mai 2017  bis und mit 25. Juni war ich als Tänzerin/Bewegungsschauspielerin bei der Akte Zwingli dabei. Mehr Infos findet ihr direkt hier.

 

Uraufführung 16. Juni 2017, Grossmünster Zürich

Weitere Vorstellungen 17., 18., 22., 23., 24. und 25. Juni 2017, jeweils 20.45 Uhr


Sacre del Gottardo

Klick auf das untenstehende Bild, um das ganze Spektakel als Video zu sehen.

Die Eröffnung des Gotthard Basistunnels unter der der Regie von Volker Hesse. 350 Darstellerinnen haben die Inszenierung im Norden gestaltet. Professionelle Luft- und Bodenartisten aus der ganzen Welt, bewegungs- und musikalische Chöre aus der Region Uri, verschiedene Profimusiker und Formationen der Schweizer Militärmusik.

 

57 Kilometer ist der Basistunnel lang. Bei einer Geschwindigkeit von 200 Km/h braucht ein Zug 20 Minuten. Und während der Zug durch den Tunnel flitzte, fanden am 1. Juni einmal , sowie am Wochenende vom 5. und 6. Juni jeweils dreimal, gleichzeitig auf der Nord- sowie der Südseite, die zwei Spektakel statt. Das Stück fing mit dem in den Tunnel fahrenden Zug an und hörte mit dem herauskommenden Zug auf. Vor allem technisch mussten wir viele Momente proben, damit dieser Schluss auch tatsächlich zur rechten Zeit ist. 

 

Jeweils über tausend Zuschauer haben pro Vorstellung in der Betonhalle in Rynächt platz gefunden. Bei all diesen Menschen und den unglaublich vielen Medienberichten, die während diesen Tagen kursierten, wurde mir erst richtig bewusst, wie wichtig der Gotthard Basistunnel für die Schweiz, für die Verbindung mit dem internationalen Raum, für die Welt ist. 

 

Es war eine unglaublich tolle Zeit im Kanton Uri. Eine wunderbare Guppe von Artisten, das Zusammenarbeiten mit neuen wie auch bekannten Gesichtern und physisch war ich natürlich in bester Verfassung. Wenn man jeden Tag mehrere Stunden durch eine hundert Meter lange Halle sprinten muss, dabei tanzt und Akrobatik macht und auch noch ständig Kostüme wechselt, dann kann man doch von einer sehr guten Kondition sprechen.

 

Während der Zug seinen Weg von Süden nach Norden gemacht hat, habe ich mich durch einige Kostüme geschwitzt: Am Anfang war das orange Bauarbeiter Gewand, womit wir rhythmische Schrittchoreografien auf dem Güterwagen, flinke Kletteraktionen und dynamische Bodenrollen und Sprints durch die Amateurgruppe hindurch gemacht haben.

 

Nur wenige Sekunden, nachdem wir im Backstage Bereich angekommen waren, mussten wir auch schon gleich wieder auf einen Güterwagen, um mit Unterwäsche, den Körper mit Staub bedeckt, die harte, körperliche Arbeit der Tunnelbauer darzustellen, wobei ein Todesengel, eine chilenische Luftartistin, über unseren Köpfen schwebte.

 

Als nächstes waren die Bergdämonen an der Reihe. In den Printmedien und auf den Social Medias wurde dieser Teil des Stücks doch ausführlich besprochen. Dabei ging es aber weniger um die Geschichte der Bergdämonen, sondern viel mehr um gewisse Kostüme, die unter uns einfach "Heuhügel" genannt wurden und auch genau das dargestellt haben. Doch anscheinend wurde darin von einem sehr kreativen Kopf die Figur des asketischen, persischen Mönches, auch Derwisch genannt, gesehen. Und so wurde eine heisse Diskussion entfacht. Ich weiss nicht, was man in meinem Kostüm zu erkennen glaubte: Wir nannten es liebevoll "Wischmop", es war ein oranges Ungetüm, mit Holzmaske (viellicht eine afrikanische!?), wenn ich es getragen habe, etwa zwei Meter hoch war und mindestens fünfzehn Kilo wog! Es hat eine weile gedauert, bis ich mich, ohne Orientierungsprobleme, denn gesehen habe ich fast nichts, dafür mit Elan und sogar einer gewissen Geschwindigkeit darin bewegen und durch die Halle wirbeln konnte. In das Kostüm, welches die Form eines Tunnels hatte, bin ich nur gekommen, wenn es auf dem Boden lag und ich auf dem Rücken, Kopf voran reingerobbt bin. Um wieder rauszukommen, liess ich ich mich jeweils rückwärts auf den Boden fallen, die einzige Möglichkeit, um schnell wieder rauszuschlüpfen. Zum Glück war es gut gepolstert! Schweissgebadet musste ich dann gleich schon in mein finales Kostüm schlüpfen, eine Felineske Clownfigur, mit wallender, lockiger Langhaarperücke, Bauarbeiter Helm, und sonst ganz in Schwarz - mit Zirkusdirektorinnen Jäcken und ausgestelltem Jupe. Von der Südseite der Halle sind wir dann, alle Bodenartisten, Amateure, in die Halle gestürmt und haben mit Übermut und Freude die Ankunft der Südens gefeiert.

 

Das ganze Stück hatte sehr viel Dynamik und Geschwindigkeit. Wenn sich 350 Menschen gleichzeitig am Boden und in der Luft bewegen, dabei noch Güterwagen, Apes und Pferdekutschen durchrollen, muss man sehr wachsam sein und genau wissen, wohin man seinen nächsten Schritt macht.

 

Die Ankunft des Zuges aus dem Süden und unser Finale hat übrigens jedes Mal geklappt! Erleichtert, erschöpft aber voller Freude haben wir dann jeweils den Zuggästen und sie uns zugewinkt. 

 

Eine einmalige Sache und ich bin stolz, dabei gewesen zu sein!


Showing "Fancy Glitter Fanciulla on Tour without the Band"

Am 28. Februar 2016 konnte ich ein erstes, 20 minütiges Showing von meinem Solo Stück im Tanzhaus Zürich zeigen. So habe ich herausgefunden, dass ich auf dem richtigen Weg bin! Nun entwickle ich, neben meinen anderen Projekten, dieses Herzstück weiter. Neuigkeiten werden natürlich hier zu finden sein.


Advents per_form moment 13.12.2015 / Tanzhaus Zürich

 Mirjam Bührer und ich haben performt: Mit Bewegung, Stimme, Erzählung, Akkordeon und viel Spass. Anbei einige Eindrücke:

 


20. Dezember 2014 - "Oh, Tannenbaum"

Am Samstag 20.12.2014 um 11:00 Uhr haben Mirjam Bührer und ich in der Tanzwerkstatt an der Magnusstrasse, eine überraschende Improvisation performt. Die Idee dabei: Die eingeladenen Künstlerinnen (also Mirjam und Roxane)  treffen sich eine gute Stunde zuvor, legen ein Start Szenario (welches sie herausfordert, motiviert, leicht beängstigt und vor allem "gluschtät") und eine Zeitdauer fest, bereiten sich vor und los gehts!

 

CENTERPIECE BY MARINA ABRAMOVIC

                                                                                                                                                                                     Foto by Fondation Beyeler

 

Am 20. September 2014 war ich als Performerin Teil von "Centerpiece" von Marina Abramovic. Dabei handelt es sich um eine mehrstündige Performance, aufgeführt im Rahmen der Sommernachtsgala in der Fondation Beyeler,

Riehen / Basel.

 

Centerpiece, auf Deutsch Herzstück, ist der Hauptfokus einer Tischdekoration. Die Performerin, der Performer sitzt auf einer rotierenden Sitzfläche in einer Holzbox, aus der nur der Kopf heraus schaut. Diese Boxen sind zwischen den Tischen, an denen die Gäste ihr Galadinner geniessen (ob sie es wirklich genossen haben?).

Während vier Stunden habe ich die Gäste angeschaut. Ohne zu sprechen oder mich gross zu bewegen. Wie lange ich bei einer Person verweilen wollte, konnte ich selbst bestimmen.

 

Marina Abramovic, welche die Sommernachtsgala 2014 kurartierte, rief die Gäste um 19:00 Uhr auf, sich in den Saal an ihre Tische zu begeben. Langsam strömten die Leute herbei und zückten, als sie uns entdeckten, gleich alle mal ihre Smartphones. Living Art Performance. Kunst mit lebendigem Material, also Menschen / Performern. Ob wir, die in den Boxen sassen, als Menschen oder als Kunst wahrgenommen wurden? Ich bin mir da nicht so ganz sicher, die Gäste vielleicht auch nicht. Und vielleicht war genau das auch so irritierend.

 

Obwohl sich mein Kopf nur auf Tischhöhe befand und ich, rein von der Position, dem Geschehen hilflos ausgeliefert war, war ich eindeutig in der komfortableren Position als die Gäste. Blicke sind unglaublich stark. In unserer Kultur lernt man, dass man Blickkontakte mit Fremden kurz halten soll. Es kann provozierend, einschüchternd oder einfach nur komisch wirken, eine Person anzustarren und dann noch nichts zu sagen. Deswegen habe ich es umso aufschlussreicher gefunden, diese Möglichkeit, im Rahmen einer Performance, wahrnehmen zu dürfen. Den niemand, den ich angeschaut habe, konnte meinem Blick lange standhalten. Viele haben zwar immer wieder für kurze Zeit geschaut, gelächelt oder komische Grimassen geschnitten, um sich dann aber schnell wieder von mir wegzudrehen und sich in ein Gespräch mit den "sprechenden" Tischnachbaren zu vertiefen. Die Menschen, die um mich gesessen sind, waren mir gegenüber nicht grundsätzlich abweisend, aber sie waren unsicher, zurückhaltend auch scheu und verlegen. Sie waren mit einer Situation konfrontiert, mit der sie nicht richtig umzugehen wussten. Es gab auch solche, obwohl sie schnell mal herausgefunden haben, dass ich ihnen keine Antwort geben werde, Konversation mit mir betrieben. Oder besser gesagt, monologisiert haben. Eine freundliche Provokation oder wollten die einfach um jeden Preis mit mir Reden? Die Leute an den Tischen, zwischen denen meine Box war, waren die ganze Zeit anständig, freundlich und haben mich teilweise auch miteinbezogen oder es haben sich sogar, dank der starrenden Living Art, kurze Gespräche zwischen den Tischen ergeben.

 

Während der ganzen Zeit war ich unglaublich konzentriert. Ich war vollkommen präsent und habe gleichzeitig eine imaginäre Schutzwand um meine Box gezogen. Die Zeit verging wie im Flug. Bedürfnisse, wie mich bewegen zu können, Durst oder Hunger, waren während der ganzen Performance nicht präsent. Ausser diesen Menschen und mir existierte in dieser Zeit nichts. Anstrengung empfand ich nur im Moment der Auktion, welche nach dem Dinner stattfand. Denn endlich hatten die Leute eine Ablenkung, einen Ort wo sie hinschauen, von mir wegschauen konnten. Picasso im Bademantel, festgehalten für die Ewigkeit auf Foto, ein bizarrer Stuhl.Versteigert vom Auktionator Simon de Pury, der wortgewandt und voller Witz durch die Auktion führte.

 

In diesem Moment war es, als würde die Blase der Konzentration und Intimität, die sich in den letzten Stunden aufgebaut hat, langsam platzen. Vielleicht hat das Marina Abramovic auch gemerkt, denn kaum war die Auktion vorbei, hat sie alle Performer gebeten, aus den Boxen zu kommen und somit die Performance zu beenden.

 

Dieser Moment war stark. Zuerst einmal, dieses Begreifen, dass es jetzt fertig war. Ich brauchte einen Moment, um aus der Konzentration aufzutauchen - die Blase endgültig platzen zu lassen. Als ich es dann geschafft hatte, mühsam aus der Box und unter dem Tisch hervorzukriechen, stand ich da. Einerseits immer noch als Teil dieser Performance aber auch als Mensch. Die Leute haben tosend applaudiert. Ich konnte alle, die an meinen Tischen sassen, nochmals anschauen. In den Gesichtern sah ich Respekt und etwas, was ich während der Performance leider nicht so direkt sah: Offenheit.


Juni 2014 - 14 Rooms/Art Basel

Im Rahmen von 14 Rooms/Art Basel, war ich im Juni 2014 als Performerin Teil des Projekts "Revolving Doors" von Allora and Calzadilla, Choreografie: Rebecca Davis.

Die "Revolving Door" ist eine menschliche Drehtür, bestehend aus 10 Tänzerinnen und Tänzern. Diese bewegen sich und das Publikum durch den runden Raum. Die Choreografie basiert unter anderem auf Protestbewegungen, Militärmärschen und Tanzformationen.

 

 

Hier einige Impressionen von dieser spannenden und einzigartigen Zeit:

 

Making of 14 Rooms - Chapter 1: Casting

 

Making of 14 Rooms - Chapter 2: Rehearsal

 

Making of 14 Rooms - Chapter 3: Live Show. Visitors Reactions.


Mai 2014 - "Zürich Tanzt"

                                                                                                                                                                                                                        foto by dieschweiztanzt.ch